Ausgabe 01/2011

UTZ CLAASSEN. Interview mit dem Ex-EnBW-Boss über RCD Mallorca und seinen einstigen Prozess um WM-Tickets 2006

"Langfristig 340 Mio. Euro"

Wir treffen Utz Claassen wie verabredet vor der Loge des Präsidenten von RCD Mallorca auf der Deutschen liebsten Insel. Wir wollen mit dem ehemaligen Boss des Energiekonzern EnBW über die Gründe und Aussichten seines (privaten) Finanz-Einstiegs beim spanischen Erstliga-Fußballclub reden, der bis zu 60 Mio. Euro verschuldet sein soll. Er stellt uns im VIP-Bereich des Stadions die wichtigsten Leute des Clubs vor, den Präsidenten, dessen Vize, den Schatzmeister, einige Aktionäre, Aufsichtsräte. Alle kennen ihn, man tauscht Komplimente aus.

Claassens Plan, aus dem mallorquinischen Club mit seiner Hilfe die drittstärkste Fußballmarke Spaniens machen zu wollen, klingt erst verrückt, dann aber auch wieder logisch. Schließlich unterhielten wir uns mit ihm auch noch über seinen einstigen WM-Ticket-Prozess, in dem ihm „Vorteilsgewährung“ von Politikern vorgeworfen wurde, den er aber klar gewann.

Übrigens: Das Spiel RCD Mallorca gegen Racing Santander sah erst gut für die Inselkicker aus, ging aber 0:1 verloren.

sponsor news: Herr Claassen, Sie wollen aus RCD Mallorca den drittstärksten Fußballclub Spanien machen. Wie soll das gehen?

Claassen: Wenn man die Grundvoraussetzungen bei RCD Mallorca anschaut, dann hat neben Real Madrid und FC Barcelona im Prinzip die Insel Mallorca die drittbesten Möglichkeiten in der spanischen Liga...

sponsor news: ...warum, woran machen Sie das fest?

Claassen: An zwei Dingen: An der logistischen Anbindung von Mallorca an den Rest Europas, die so etwa bei Valencia oder Sevilla nicht gegeben ist. Und bezogen auf die Zahl der Touristen, die jedes Jahr nach Mallorca kommen: Die Insel hat pro Jahr mehr Besucher, als London Einwohner. Aufgrund der Logistik und des Marktpotentials hat Mallorca meiner Meinung nach neben den beiden Giganten die drittbesten Voraussetzungen.

sponsor news: Welche Fußballfans wollen Sie anlocken? Die spanischen, die deutschen oder englischen?

Claassen:Drei Gruppen sehe ich: die Fans auf der Insel, die man noch besser für den Club gewinnen muß. Bisher ist der Club, wenn man ehrlich ist, ein Club von Palma und nicht der ganzen Insel. Da kann man sicher dran arbeiten. Und daneben gibt es auch noch viele Leute, die hier auf der Insel leben. Ich meine nicht nur die Deutschen oder Engländer, sondern Hunderttausende von Südamerikanern, die eigentlich Fußball-begeistert sind...

Sie möchten alles lesen? Wir schicken Ihnen gerne ein kostenloses Probeheft. Kostenloses Probeheft anfordern.


Top