Ausgabe 05/2011

CARSTEN SCHMIDT. Der Vorstand Sport bei Sky Deutschland sieht den hochdefizitären Sender jetzt auf dem richtigen Weg

"Endlich ist Ruhe eingekehrt"

sponsor news: Herr Schmidt, die Sky-Ableger in England und Italien laufen sehr profitabel. Sky Deutschland schreibt nach wie vor hohe Verluste. Was läuft bei uns falsch?

Schmidt: Sky bzw. früher Premiere hatte in Deutschland wechselnde Besitzer. Es gab eine Phase in den 90er Jahren, in der das Pay-TV von den drei großen Parteien - Canal +, Kirch und Bertelsmann - verantwortet wurde. Dann häuften sich die Eigentümer- und Management-Wechsel, was zur Folge hatte, dass das Pay-TV sich nie in Ruhe entwickeln konnte. Zum Teil durch Ausseneinflüsse, aber auch durch selbstverschuldete Dinge, wie den Verlust der Bundesliga-Rechte im Jahre 2005, von dem sich die Company lange nicht erholt hat. Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass unser Geschäftsmodell in Deutschland und Österreich funktionieren wird.

sponsor news: Wie hoch sind die Abozahlen in England und Italien?

Schmidt: England hat jetzt über 10 Millionen, Italien fast 5 Millionen...

sponsor news: ...warum läuft es dort und nicht hier? Eigentümer-Wechsel allein können es nicht sein...

Schmidt: Es gibt eine Vielzahl Unterschiede auch in den TV-Märkten. BSkyB hat in England eine Pionierrolle in dem Markt eingenommen, und in Italien konnte Sky durch Zusammenlegung zweier Pay-TV-Angebote und gelungene Marketingaktivitäten die Entwicklung vorantreiben. In Deutschland fehlten uns diese Voraussetzungen. Zudem gibt es bei uns eine Kultur, die über Jahrzehnte stark von stark subventionierten öffentlich-rechtlichen Sendern geprägt wurde. Ich spüre aber , dass sich eine Pay-Kultur auch durch die Entwicklungen im Internet, etwa durch Produkte wie die Apps, langsam entwickelt. Ich bin sicher, dass dies helfen wird, Pay-TV in Deutschland nach vorne zu bringen. ...

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