Ausgabe 04/2012

SOLAR. Keine andere Branche ist so zahlreich im Fußball vertreten. Doch damit könnte früher Schluss sein als erwartet

Strom für Dortmunds Haushalte

Es war der größte Boom, den die Bundesliga je gesehen hat. Ausgelöst durch die Energiewende der Bundesregierung drängten im vergangenen Sommer über ein Dutzend Solarfirmen auf den Fußballmarkt, in der Hoffnung, über die Millionen-Reichweiten der "Sportschau" zu einer Top-Marke zu werden. 11 Clubs haben heute einen Sponsor aus der Solarbranche, Hoffenheim sogar 2: Suntech auf der Brust und Wirsol auf dem Dach.

Eine Lösung, zu der sich Bayer Leverkusen trotz ähnlicher Konfliktlage damals nicht imstande sah. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hatte kurz hintereinander Verträge mit dem chinesischen Anbieter Jinko Solar und dem kalifornischen Konkurrenten Sunpower abgeschlossen. Da Sunpower aber das Trikot buchte, konnte es die Bedingungen diktieren: keine Konkurrenz im gleichen Verein. Bayer 04 kündigte Jinko, auch weil wohl der Name des Stadions, BayArena, nicht zur Disposition steht. In Hoffenheim dagegen ließ sich der regional verwurzelte Solarzellenhersteller auf das Wortungetüm "Wirsol Rhein-Neckar-Arena" ein.

Also zwölf Solarsponsoren. Für die Clubs sind das in dieser Saison 19 Millionen Euro mehr an Sponsoring-Einnahmen, ermittelte Sport+Markt, allein 7 Millionen Euro zahlt Sunpower an Bayer Leverkusen, etwa 4,5 Millionen Euro fließen von dem Weltmarktführer Suntech an Hoffenheim. Aber die Branche steht extrem unter Druck. Da ist zum einen die gekürzte staatliche Förderung, zum anderen die expansive Billigkonkurrenz aus China. Erste deutsche Firmen hat es bereits getroffen. Solon,

Solar Millenium, Solarhybrid – pleite. Q-Cells, Solarworld und Conergy stecken in finanziellen Schwierigkeiten.

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