Ausgabe 01/2014

MICROSOFT. Mit neuen Verträgen beim HSV und Paris St. Germain dringt der US-Konzern jetzt auch in den europäischen Fußball vor.

IT-Sponsoren jetzt im Fußball

Immer noch gilt Microsoft als heißer Kandidat für die Namensrechte am Bernabeu-Stadion. Auch Intel zeigte Interesse, doch nach der Unterschrift in Barcelona ist der Chip-Hersteller in Madrid raus. Auf der Innenseite der Barca-Trikots prangt seit Mitte Dezember das Logo mit „Intel inside“ – witzig, doch natürlich stellt sich die Frage, ob das Emblem dort auch wahrgenommen wird. Sicher, bei Fouls rutscht das T-Shirt schon mal hoch und beim Jubeln reißen viele Spieler es nach oben.

Offiziell geht es aber gar nicht um Sichtbarkeit: "Das ist mehr als reines Sponsoring für Intel", sagt Deborah Conrad, Marketingchefin des Chipkonzerns. "Die Technologien und Programme, die wir zur Verfügung stellen, werden den FC Barcelona zu einem der technologisch fortschrittlichsten Fußballclubs der Welt machen." Klar: So soll das Renommee in der Geschäftswelt erhöht werden. Technische Innovationen können da durchaus hilfreich sein, auch wenn man sie nur äußerst selten zu Gesicht bekommen wird.

Weniger hintersinnig geht im Vergleich dazu Microsoft zur Sache, dafür aber so häufig wie noch nie. Am letzten Spieltag der Hinrunde spielte ein Fußballfan auf der Xbox gegen einen HSV-Profi – in der Halbzeitpause des Spiels gegen Mainz. Ein Gewinnspiel auf der Facebook-Seite des Clubs brachte den Gamer zudem in die erste Reihe auf der Tribüne der Imtech Arena und die Konsole konnte er auch behalten.

Im Mai hatte Microsoft einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der NFL unterschrieben, Kostenpunkt: 20 Millionen Dollar pro Saison. Der ehemals reine Softwarekonzern nutzt auch in den USA den Sport, hier Football, um seine neue Hardware bewerben. Im Mittelpunkt stehen die XBox One und das Surface Tablet. Und das Konzept wird fortgesetzt.

Neben dem HSV ist Microsoft seit kurzem auch bei Paris St. Germain aktiv, vorerst bis Ende der Saison, ebenfalls um die brandneue Xbox One unter die Leute zu bringen. Im Prinzenpark-Stadion hat Microsoft zahlreiche Logen mit seinen Produkten ausgestattet, dazu kommen Hospitality-Rechte. Breitenwirkung erhofft sich der US-Konzern von der Werbepartnerschaft mit ZlatanIbrahimovic. In einem neuen Spot sitzt der PSG-Stürmer auf einem Thron und spielt im Schlafanzug auf der Xbox gegen einen Jungen, mit dem er über den Fernsehbildschirm und das Internet verbunden ist.

Auf den Geschmack ist Microsoft zuhause gekommen, 2009 in Redmond bei Seattle. Das kurz zuvor gegründete Fußball-Team SeattleSounders FC unterstützt der Konzern seither mit einem Trikot- Vertrag. Im September wurde die Partnerschaft um ein Jahr verlängert. Und das ist noch nicht alles. Seit dem Frühjahr ist Microsoft auch Sponsor der amerikanischen Fußball-Liga MLS, die dem Konzern damit die Möglichkeit gibt, Apps für seine stationären und mobilen Betriebssysteme anzubieten.

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