Ausgabe 03/2015

TIPICO. Interview mit Christian Gruber, Geschäftsführer Marketing, über seine Expansion in Deutschland und die fünf Fußball-Einsätze.

"Auf Fußball wetten über 90 %"

sponsor news: Herr Gruber, weshalb sind Sie letzten Sommer als Pressesprecher des Fußballclubs 1. FC Kaiserslautern zum Sportwettenanbieter Tipico als Geschäftsführer Marketing gewechselt?

Christian Gruber: Nach insgesamt 12 Jahren im Profifußball - ich war vorher schon beim VfL Bochum - glaube ich, dass ich meine Projekte weitgehend erfüllt habe, sprich, dass es nicht mehr viel gab, was ich zusteuern konnte...

sponsor news: ...ein Wechsel vom Sport in die Wirtschaft ist bei uns - anders als in den USA - noch nicht der übliche Weg...

Gruber: Ich hab das vor allem gemacht, weil ich bei Sportwetten - und nicht zuletzt bei Tipico - einen unheimlich großen Strukturierungs-Bedarf sehe. Und Tipico hat dabei als Marktführer in Deutschland...

sponsor news: ...ist das nicht Bwin?

Gruber: ...die haben bei Weitem nicht unsere Umsätze. Eine Zahl dazu: Es sind laut Rechnungshof 2014 rund 237 Millionen Euro Steuern von den Sportwettenanbietern in Deutschland gezahlt worden, davon 125 Millionen von Tipico - damit sind wir eindeutiger Marktführer. Bwin ist der Pionier im Sportwettenbereich, das muss man ganz, ganz hoch anerkennen. Aber das ist wie so häufig, wenn jemand es geschafft hat, sprich die Ikone des Marktes ist: Dann lässt man oft nach.

Wir dagegen sind noch relativ jung und zu 90 % in Deutschland aktiv, plus in ein paar Nachbarländern wie Dänemark, Belgien, Österreich, Italien.

sponsor news: Wie groß ist Tipico?

Gruber: Sie werden von ganz wenigen Sportwettenanbietern konkrete Zahlen bekommen. Aber ich bin hier bei Tipico auch angetreten, geholt worden, um mehr Transparenz hinein zu bekommen, die kommunikativen Defizite, die unsere Branche hat, auszufüllen. Also: Tipico hat in 2014 rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Und dies mit etwas über 1 Millarde Tippscheinen. Was bedeutet: Die typische Wette bei Tipico liegt bei 2,50 Euro. Das zeigt ganz klar: Wir sind ein sogenannter Casual Better. Unsere Klientel sind zumeist junge Leute, die auf dem Weg ins Stadion, vor dem Fernseher bei Sky oder in der Sportsbar noch schnell zwei, drei Euro auf das nächste Spiel setzen.

sponsor news: Was ist Ihr Wachstumsziel für die nächsten Jahre?

Gruber: Schwer zu sagen, aber ein Vergleich: Der britische Sportwetten-Markt ist rund zehn Mal so groß wie der deutsche. Wir glauben, dass der deutsche Markt auch ein ähnliches Potential wie der englische hat, deshalb: Wenn Sie fragen, wo will Tipico hin?, dann müssen Sie nur eine Null an unsere Umsatzzahl machen. Aber das kann man wirklich seriös nicht beantworten. Klar, wir haben Planungen für die einzelnen Jahre, bisher hat Tipico die immer erreicht. Wenn das leidige Thema `Regulierung` in Deutschland irgendwann einmal aufgelöst sein sollte, werden wir unser Geschäft noch mal um ein veritables Stück ausbauen können.

sponsor news: Ist Fußballsponsoring das beste, das man als Sportwettenanbieter machen kann?

Gruber: Das hängt davon ab, an welcher Stelle die Marke steht. Hat man es geschafft, die Marke weitgehend bekannt zu machen, kann man als nächstes anfangen, Geschichten zu erzählen. Wir sind jetzt mit Tipico in der Situation, wo wir den Vorsprung, den Bwin lange hatte, weitgehend aufgeholt haben. In der neuesten Studie, die das Marktforschungsinstitut Repucom erhoben hat, sind wir mit weitem Vorsprung auf Platz zwei der Markenbekanntheit. Das ist ein tolles Ergebnis, wenn man es damit vergleicht, wo wir noch vor einem Jahr waren. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen: Wir haben in Deutschland über 930 Wettannahmestellen, wenn die noch sauberer und mit hoherQualität auftreten, dann kann man keine bessere, nachhaltige Werbung machen.

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